Historisches Wochenende rund um die Person des Pappenheimers Mesners und Siebmachers Johann Martin Zuttel hat viele Besucher begeistert. Schirmherrin Ursula Gräfin zu Pappenheim von der Lebendigkeit der Geschichte beeindruckt. Hochwertige Exponate Brotsuppe und Originalchroniken aus dem 16. Jahrhundert.

071105_zuttel-02-buchAlle hielten den Atem an, als Hans-Peter Zuttel ein direkter Nachfahre des Pappenheimer Mesners und Siebmachers Johann Martin Zuttel im Pappenheimer Rathaussaal aus seinem Koffer eine Chronik nahm, die noch älter ist als die Chronik die kürzlich vom Heimat- und Geschichtsverein Pappenheim und Ortsteile in Buchform vorgestellt worden ist.

Bei seinen Ausführungen anlässlich dem Empfangs im Pappenheimer Rathaussaal wusste Hans-Peter Zuttel davon zu berichten, dass bereits der Vater Johann Martin Zuttels, der Johann hieß und sein Großvater Christoff Zuttel Mesner in Pappenheim waren. Christoff Zuttel, Sohn eines Weinauflegers wurde 1589 in Landshut geboren und zog nach Pappenheim, soweit die Recherchen den Nachfahren.

071105_zuttel-03-gruppMitgebracht hatte Hans-Peter Zuttel in Ergänzung zur bestehenden Zuttelchronik, die im Jahre 1703 beginnt, Originalaufzeichnungen seiner Vorfahren aus den Jahren 1696 bis 1702. Diese wertvollen Originalstücke hat Hans-Peter Zuttel dem Archiv der Stadt Pappenheim als Ergänzung zu der bereits vorhandenen Chronik überlassen. Die Archivare Hans Navratil und Eberhard Thielert sowie die Vorstandschaft des Heimat- und Geschichtsvereins Pappenheim und Ortsteile e.V. sind zutiefst beeindruckt und werden sich in Gemeinschaftsarbeit bemühen, das wertvolle Geschichtliche Werk zu transkribieren. Es wird etwa ein Jahr dauern bis die umfangreichen handschriftlichen Werke in die Schrift unserer Tag transkribiert sind. Bei Hans Navratil und Eberhardt Thielert sind die wertvollen Schriften in den besten Händen und bald schon wollen die Archivare mit der Umschreibung beginnen. Der Heimat- und Geschichtsverein Pappenheim und Ortsteile e.V. ist bemüht, im nächsten Jahr das fertige Werk als weiteres Buch seiner Schriftenreihe vorzustellen

Diese Chroniken sind deshalb besonders wertvoll, weil damit eine Lücke geschlossen werden kann die in der Historie der Stadt Pappenheim bestand.

Bei einem Empfang im Rathaussaal begrüßte 1. Bürgermeister Peter Krauß Hans Peter Zuttel, der anlässlich des Historischen Wochenendes aus der Schweiz nach Pappenheim angereist war. Beschirmt wurde dieses Wochenende von Gräfin Ursula zu Pappenheim, der letzten direkten Nachfahrin des Pappenheimer Grafengeschlechts, die zu Zeiten Zuttels stets ein inniges Verhältnis zu ihrer Bevölkerung hatten. Bis zum heutigen Tag ist dieses innige Verhältnis durch das herzlichen Wesen Ihrer Erlaucht Gräfin Ursula zu Pappenheim erhalten geblieben. Hoch interessiert, rüstig und in menschlich verbindender Art zeigte sich Gräfin Ursula zu Pappenheim als eine Schirmherrin wie man sie sich für einen derartig hochkarätigen Anlass nicht besser wünschen kann.

Zusammen mit Hans-Peter Zuttel hat sich die Schirmherrin schließlich in das goldene Buch der Stadt eingetragen, in dem von Karlheinz Römer wie schon zu mehreren Anlässen eine kunstvolle Seite gestaltet war.

Vor der Ausstellungseröffnung am späten Samstagnachmittag gab es noch Führungen in der St. Galluskirche und in der Pappenheimer Stadtkirche. Die ursprünglich angekündigten Führungen in der privateigenen Klosterkirche konnten leider wegen kurzfristigen Eigenbedarfs des Kircheneigentümers den interessierten Gästen nun doch nicht angeboten werden.

Dekan Wolfgang Popp eröffnete schließlich eine kleine aber feine Ausstellung mit dem Titel „Rund um das Mesnerhandwerk“ in der von historischen Uhrwerken, einem Koffer für Kelche und wertvollen Hausbibeln auch ein goldener Kelch gezeigt wurde, der im 18. Jahrhundert von Graf Carl-Theodor gestiftet worden war. Auch die Originalschrift der Zuttelchronik und Auszüge aus dem Pappenheimer Kirchenarchiv waren ausgestellt.

Am Sonntag schließlich kamen einige Kirchenbesucher aus den Grafendörfern Geislohe und Osterdorf wie zu Zuttels Zeiten auf den alten Kirchenwegen zu Fuß nach Pappenheim wo sie auf dem Marktplatz von der heutigen Mesnerin Luise Veitengruber und Pfarrerin Ulrike Schlee empfangen wurden. Die Mesnerin begrüßte die Wanderer und bot ihnen zur Stärkung aus einem Krug Getränke an. Ganz im Zeichen des Mesnerdienstes stand dieser Gottesdienst von Pfarrerin Ulrike Schlee gestaltet und wurde sogar mit einem Segensspruch aus der Zuttelchronik beendet.

Im Gemeindesaal waren dann die zahlreichen Gottesdienstbesucher zu Brotsuppe eingeladen, die Brigitte Boscher aus Osterdorf nach Rezepten aus Zuttels Zeiten zubereitet hatte.

Der Heimat- und Geschichtsverein Pappenheim und Ortsteile e.V. dankt allen, die mitgeholfen haben das historische Wochenende so erfolgreich zu gestalten. Besonders zu danken ist dem Möbelhaus Rachinger Solnhofen. Von diesem Möbelhaus wurde die Vitrine zur Ausstellung des wertvollen Kelches und der original Zuttelchronik kostenlos zur Verfügung gestellt.

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